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08.08.2012 – 10.08.2012

Betrieblicher Gesundheitsschutz als Aufgabe für den Betriebsrat - Umgang mit psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz - gemäß § 37 Abs. 6 BetrVG

 

 

- Sucht, Burnout, Depressionen und die Folgen von Mobbing

Nach § 37 Abs. 6 BetrVG haben Betriebsratsmitglieder Anspruch auf Teilnahme an
Bildungsmaßnahmen zur Einführung in die praktische Betriebsratsarbeit. Der Anspruch beinhaltet die bezahlte Freistellung sowie die Übernahme der Schulungs- und Reisekosten durch den Betrieb.

Zusätzlich zu den arbeits- und betriebsverfassungsrechtlichen Kenntnissen benötigen Betriebsratsmitglieder auch Lust und Engagement sich in schwierige emotionale Bereiche einzuarbeiten.

Im Seminar Umgang mit psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz werden am 1. Seminartag die arbeitsrechtlichen Aspekte beleuchtet und am 2.und 3. Seminartag durch jeweils einen Fachmann zum Thema Sucht, Burnout, Mobbing und Depressionen Einblicke in die Praxis gegeben.

Auf vielfachen Teilnehmerwunsch haben wir dieses Seminar als Ergänzung zu den traditionellen rechtlichen Schulungen konzipiert.

Ihr Nutzen

  • Erwerb der Fähigkeit sich u. a. als Suchthelfer/Mobbingberater im betrieblichen Gesundheitsschutz im Betrieb zu engagieren
  • die homogene Zusammensetzung des Teilnehmerkreises mit gleicher Interessen- lage als Betriebsratsmitglieder
  • die Begrenzung der Teilnehmeranzahl auf höchstens 10 Personen
  • eine Teilnehmer-Vorab-Umfrage, um trainerseitig auf den tatsächlich vorliegenden Informationsbedarf eingehen zu können.


Verlauf und Ziel zum Thema Sucht

Die Teilnehmer/innen erhalten grundlegende Kenntnisse über das Ausmaß und die Erscheinungsformen von Suchtmittelmissbrauch und -abhängigkeit am Arbeitsplatz. Darüber hinaus wird das Phänomen der Co-Abhängigkeit behandelt und anhand von Fallbeispielen die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten eines differenzierten Umgangs sowie einer adäquaten Ansprache problematischer Mitarbeiter/innen erarbeitet.

Die Teilnehmer/innen sollen nach dem Seminar eher in der Lage sein, unter Berücksichtigung ihrer Rolle als Betriebsräte, präventive Maßnahmen frühzeitig in ihrem Zuständigkeitsbereich zu realisieren und im Bedarfsfall auf suchtmittel-missbrauchende und abhängige Mitarbeiter/-innen angemessen und lösungsorientiert zu reagieren.

Verlauf und Ziel zu den Themen Burnout/Mobbing/Depression

Immer häufiger kommen Menschen in psychologische Praxen, die an Burnout-Syndrom, depressiven Reaktionen, akuten Belastungsstörungen und existenzbedingten Angsterkrankungen leiden. Immer häufiger berichten Patienten von Arbeitsbedingungen, die von einer Zunahme an Überstunden, Wegrationa-lisierung, Mobbing  und drohender Arbeitslosigkeit  geprägt sind.  Der kollegiale Zusammenhalt fällt einem Verteilungskampf zum Opfer, der letzte Sicherheiten raubt.
Im Seminar werden wir gemeinsam versuchen, typische Fälle anzuschauen, Gefahrensignale wie auch Lösungsansätze zu entdecken und für unsere eigenen Möglichkeiten und Grenzen ein wenig sensibler zu werden.
Das Seminar ist interaktiv konzipiert:  betriebliche Erfahrungen der Teilnehmer werden sich mit den therapeutischen Erfahrungen des Trainers ergänzen und dürfen gern eingebracht werden!
Kleine Selbsterfahrungseinheiten sind Bestandteil des Seminars.

Inhalte 1. Seminartag – Recht

Psychische Erkrankungen im Arbeitsverhältnis nehmen zu – hierzu gehören:
Sucht, Burnout, Depressionen und die Folgen von Mobbing

  • Sucht  und Burnout  als Krankheit
  • Ansprüche des betroffenen Arbeitnehmers gegen den Arbeitgeber
  • Beschwerderecht (§ 84 BetrVG)
  • Überwachungspflicht des Arbeitgebers
    (§ 75 BetrVG)
  • Musterbetriebsvereinbarung
    - zur Suchtprävention
    - bei psychischen Erkrankungen
  • Anspruch auf Schutz und Fürsorge
  • Ansprüche des betroffenen Arbeitnehmers gegen den Betriebsrat
  • Rechtliche Grundlagen bei Mobbing
  • Mobbingvorbeugung am Arbeitsplatz
    – betriebliche Hilfen
  • Entschädigung und Schmerzensgeldansprüche

Inhalte 2. Seminartag - Sucht

  • Welches Ausmaß hat Suchtmittelabhängigkeit?
  • Was sind die Folgen für die Kollegen,
    für das Unternehmen?
  • Krankheitsbild, Krankheitsverlauf, Behandlungsmöglichkeiten
  • Leitlinien im Umgang mit suchtmittelauffälligen Mitarbeitern
  • Hinweise zur Gesprächsführung
  • Übungen zur Gesprächsführung

Inhalte 3. Seminartag – berufsbedingtes Burnout/Mobbing/Depression

  • Burnout im Betrieb: individuelles, betriebliches oder gesellschaftliches Problem?
  • typische Entwicklungsverläufe zum Burnout (aus Sicht einer Praxis)
  • Was hilft? Vorbeugung, Heilung
  • Mobbing als Mit-Ursache für Burnout: Fallbeispiele, Entwicklungen
  • Depression als „Notausgang“
  •  Hilfen: Kommunizieren, Grenzen setzen, Selbstfürsorge verbessern, Horizont weiten, Sinn (wieder)finden u.a.

Methoden

Vortrag, Fallstudien, Diskussion, Selbsterfahrungsübungen

Zielgruppe

Betriebsratsmitglieder mit und ohne Amtserfahrung und alle, die sich zum Suchthelfer bzw. Mobbingberater und Berater im betrieblichen Gesundheitsschutz qualifizieren wollen.

Trainerin/Trainer

1. Seminartag
Dr. Sabine Göldner-Dahmke
Richterin am ArbG Kiel

2. Seminartag
Gisbert Stein
Pädagoge

3. Seminartag
Andreas Retzmann
Dipl.-Psychologe

Dauer

3 Tage

Einführungspreis

für Nichtmitglieder 490,00 € inkl. Vollpension
für Mitglieder StFG 450,00 € inkl. Vollpension

Seminar-Nr. 

10.09/2012


Dieses Seminar wird durch Mitgliedsbeiträge der Studien- und Fördergesellschaft der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft e. V. unterstützt.

 

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